Historisches

Der älteste schriftliche Nachweis von Bergbau in der Region überhaupt ist vom 1484, er nennt die Mönchgrube am Mönchsberg. In wie weit der Eisenerzabbau möglicherweise der älteste in diesem Gebiet ist hat man noch nicht erforscht. 

Nur durch das auffinden von Erz kam es Anfang des 16. Jahrhunderts zur Gründung von Pobershau. Im Frühjahr 1529 wird erste Mal von der „Drey Molchen Fundgrube“ berichtet, dass diese 14 Mark 5 Lot 2 Quent Silber ausbringt.

In der Folgezeit erweisen sich der Drey Molchner Spat und der nördlich gelegene Ursula Spat als die Ergiebigsten. Fast die Hälfte der Ausbeute des Marienberger Bergamtsreviers im 16. Jahrhundert stammen aus diesen beiden Erzgängen, wobei sich auf dem Molchner Spat die 5. bis 8. obere Maß als besonders erträglich erwiesen hat. 

Im Quartal Trinitatis 1540 erreichte das Erzausbringen den Höchststand mit 5082 Mark Silber. Dadurch konnten in diesem Quartal 229 Guldengroschen Ausbeute je Kux gezahlt werden. Der Silberbergbau erreichte beachtliche Teufen. Nachweislich erreichte man auf St. Ursula 1575 430m ! flache Teufe. Dazu wurden 23 abgesetzte Schächte aufgefahren. 

Durch den 30jährigen Krieg kam der Bergbau fast völlig zum Erliegen. Die Tiefen der alten Baue wurden nicht wieder erreicht . Seit Anfang des 17. Jahrhunderts hat man vor allem Zinn abgebaut. Die Anlage des 1678 – 1680 erbauten 8264m langen „Grünen Graben“ führte Aufschlagwasser aus Kühnheide unter anderem auch für die vielen Zwitterpochwerke. Die daher rote Färbung der Kleine Pokau führte schließlich zu deren Namen „Rote Pokau“. 

Seit Ende des 18. Jahrhunderts konnte der mit dem Zinnstein vorkommende Arsenkies zur Herstellung von Arsenmehl (sogenannten Giftmehl) genutzt werden. Seit etwa 1866 gab es keine Erzförderung und 1886 wird die letzte Grube geschlossen. Über Jahrzehnte werden anschließend Grubenfelder immer wieder in Frist gehalten. Bereits 1928n werden am Reichelschacht auf dem Molchner Spat etwas Pochgänge abgebaut. Von 1936 bis 1939 wird durch die Gewerkschaft Saxonia Bavaria das Grubenfeld „Zinnerne Flasche“ untersucht. Letztmalig wird der Bergbau in Pobershau von 1947 – 1954 durch die SDAG Wismut belebt.


Eingeschlagene, mit Rötel ausgelegte Tafel im Pobershauer Bergbaurevier.

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