Kunstgezeug

Das im Reichelschacht des Schaubergwerks eingebaute Kunstgezeug ist eine Wasserhebetechnik, dessen Erfindung ins 16. Jahrhundert zurückreicht!

 

Ein kluger Mann erfand 1545 in Ehrenfriedersdorf die sogenannte "Ehrenfriedersdorfer Radpumpe". Man könnte auch "Wasserhebemechanik" oder aber auch in der Bergmannssprache "Kunstgezeug" dazu sagen. Der bekannte Berggelehrte Georgius Agricola zeichnete diese Mechanik aus Ehrenfriedersdorf in seinen Büchern, die 1556 gedruckt wurden. Auch heute noch gibt es für Interessierte unzählige Nachdrucke der "Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen" auf dem Markt zu kaufen.

 

Das Wirkprinzip eines Kunstgezeuges beruht auf Wasserheben mit Saugpumpen. Die erste Pumpe stand im Tiefsten des Schachtes, hat das Wasser ca. 7m gehoben, in einen Wasserkasten hineingegossen, in diesem die nächste Pumpe sich befand und wieder 7m das Wasser gehoben hat. Damit war es möglich, auf Etagen das Wasser aus dem Berg zu heben. Angetrieben wurde und wird die Mechanik mittels eines Wasserrades. Das Aufschlagwasser für die damaligen Wasserräder kam zum Teil über künstlich angelegte Gräben (z.B. der "Grünen Graben" - erbaut 1678 - 1680 oder z.B. der "Braune Graben" hier in Pobershau oder unzählige und zum Teil unbekannte andere Gräben). Das mittels der Saugpumpen gehobene Wasser und auch das Aufschlagwasser des Wasserrades fließen dann über einen extra Stolln (Rösche, bzw. Ablaufstollen) mit einem Gefälle ins Freie.